SC Reckenfeld 1928 e.V.

Auf Punktejagd im Löwenkäfig

Im „Löwenkäfig“ ist in dieser Saison für die Gästeteams bislang nur schwer Beute zu machen. Die Reserve der SK Heiligenhaus, die sich selbst als „Heljens Red Lions“ bezeichnet, hat in der laufenden Zweitliga-Saison erst zwei Punkte abgegeben – gegen Sontra und die TG Herford. Am Samstag (17 Uhr) würden die Kegler des SC Reckenfeld den roten Löwen gern ebenfalls ein Pünktchen entreißen. Denn der könnte am Ende wichtig werden im Rennen um die Pole Position für die Playoffs.

Wie wehrhaft sich die Lions zeigen, wird sicherlich auch von der personellen Besetzung abhängen – und die ist bei zweiten Mannschaften bekanntlich oftmals eng mit der Situation der jeweiligen Erstvertretung verknüpft. Und weil die 1. Mannschaft der Heiligenhauser am Samstag ein im Titelrennen der 1. Liga wichtiges Auswärtsspiel in Trier bestreitet, haben die Reckenfelder zumindest die Hoffnung, dass der Gastgeber keine Verstärkung von oben erhält. „Mal schauen, was uns da erwartet“, sagt SCR-Teamsprecher Andre Ahlers.

Weitere Zuversicht zieht Ahlers aus dem Umstand, dass sein Team auf den anspruchsvollen Bahnen am „Heljens Bad“ zuletzt zweimal punkten konnte: Vor einem Jahr gab es dank zweier Top-Zahlen von Ahlers und Robin Graes einen Punkt, im Februar 2022 waren es sogar drei – und Heiligenhaus 2 stieg zwischenzeitlich in die NRW-Liga ab. „Wir greifen auf jeden Fall an und schauen, was geht“, kündigt Ahlers an.

SCR: Andre Ahlers, Jonas van Raalte, Julian Geerdes, Nick von Voss, Michael Schlüter, Robin Graes, Stefan Lampe.

Sieg, Tabellenführung, trotzdem enttäuscht

Verfolgerduell gewonnen, die Tabellenspitze erobert – und doch eine große Chance vertan: Die Zweitliga-Kegler des SC Reckenfeld haben sich am Samstag gegen den KV Gelsenkirchen durchgesetzt, beim 2:1 (47:31/ 5177:5028) aber unnötigerweise einen Punkt abgegeben. Damit verpassten die Reckenfelder die Chance, sich im Kampf um die beste Ausgangsposition für die Ende Februar beginnenden Playoffs ein stückweit abzusetzen.

Gegen den Erstliga-Absteiger lieferte sich Jonas van Raalte im ersten Block ein packendes Duell mit dem Gelsenkirchener Karsten Detert, das der Reckenfelder am Ende knapp mit 864:861 Holz für sich entschied. Andre Ahlers setzte sich mit 890 Holz zunächst an die Spitze des Feldes und ließ seinem Gegner Erich Wolf (783) keine Chance.

Auch Reckenfelds Mittelblock gab sich keine Blöße – im Gegenteil: Julian Geerdes (906) und Nick von Voss (889) unterstrichen erneut eindrucksvoll ihre Heimstärke. Auf Seiten der Gäste blieb Jürgen Brennecke bei 787 Holz hängen, während Stephan Tasche (865) knapp van Raaltes Zahl aus dem ersten Block überspielte – was sich in der Endabrechnung noch als entscheidend erweisen sollte.

Denn Reckenfelds Schlussblock mit Andre Penz und Michael Schlüter fand nicht so recht ins Spiel und musste sich mit 813 und 815 Holz begnügen. Derweil spielten die Gelsenkirchener Benjamin Loick (875) und Dirk Stieglitz (857) einen starken Durchgang und sammelten so die noch fehlenden Wertungen für den Zusatzpunkt.

Als „schmerzhaft, aber nicht völlig überraschend“ bezeichnete SCR-Teamsprecher Andre Ahlers im Anschluss den Punktverlust. In Abwesenheit von Robin Graes bot sein Team an diesem Tag schlicht einen Angriffspunkt zu viel. Trotzdem bleiben die Reckenfelder im Aufstiegsrennen in aussichtsreicher Position – zumal die TG Herford am Wochenende in Langenfeld glatt mit 0:3 verlor und damit Platz eins einbüßte.

Dritter Auswärtssieg – SCR untermauert Ambitionen

Der Druck war enorm vor dem Auswärtsspiel des SC Reckenfeld bei KF Nordhorn. Der Druck, der auf den Reckenfelder Zweitliga-Keglern lastete. Und noch viel mehr der, mit dem „Seitenwechsler“ Julian Geerdes klarkommen musste. Sie hielten dem Druck stand: Angeführt vom überragenden Geerdes untermauerten die Reckenfelder mit einem 3:0 (40:38/ 5085:4972)-Auswärtserfolg ihre Aufstiegsambitionen.

Bis dahin war es am Samstag aber ein weiter Weg. Denn der niedersächsische Aufsteiger, der zuletzt mit zwei Siegen ansteigende Form bewiesen hatte, machte zu Beginn deutlich, dass er auch gegen die favorisierten Reckenfelder die Punkte nicht widerstandslos herschenken würde. Gregor Geerdes (863 Holz) und der frühere Reckenfelder Markus Reinker (850) legten zwei starke Zahlen vor und gestatteten dem SCR-Startblock mit Jonas van Raalte (834) und Robin Graes (846) noch keine Wertung.

Im Mittelblock war es dann tatsächlich Julian Geerdes, der die Wende einleitete: von Nervosität im Spiel gegen seine langjährigen Mannschaftkollegen keine Spur. Im Gegenteil: Er spielte von der ersten bis zur letzten Bahn auf Top-Niveau und erzielte mit 906 Holz eine neue Saisonbestleistung auf der Anlage im Grafschafter Kegelsportzentrum. Und weil sich auch Michael Schlüter nach schwachen 374 zur Halbzeit noch auf 811 Holz steigerte, ging der SCR gegen Johannes Voet (842) und Steffen Heese (815) mit 27 Holz in Führung.

Die ließ sich Reckenfelds Schlussblock nicht mehr nehmen – zumal auf Seiten der Nordhorner nur Hendrik Heskamp (847) energisch dagegenhielt. Björn Aink (755) hingegen konnte an diesem Tag das Niveau von Andre Ahlers (861) und Nick von Voss (827) nicht halten. Und so stand am Ende der dritte Auswärtssieg für den SCR in der laufenden Saison.

Matchwinner Julian Geerdes gab sich nach dem Spiel bescheiden: „Ich habe den Druck gar nicht so empfunden. Schließlich weiß ich ja, wie gut unser Team ist. Das gibt schon viel Sicherheit.“

SCR-Kegler wollen in Nordhorn punkten

Die Rollen könnten klarer kaum verteilt sein: Tabellenletzter gegen Tabellenerster, schwächstes Heimteam gegen beste Auswärtsmannschaft. Beim Aufsteiger KF Nordhorn sind am Samstag (13 Uhr) die Zweitliga-Kegler des SC Reckenfeld zu Gast. Und der Druck lastet ausnahmsweise auf den Schultern der Gäste. „Wenn wir aufsteigen wollen, müssen wir da gewinnen“, sagt Reckenfelds Teamsprecher Andre Ahlers.

Die Konkurrenten aus Langenfeld und Gelsenkirchen haben diese Hürde bereits genommen. Auch Sontra hat in Nordhorn dreifach gepunktet. Zuletzt aber haben die Nordhorner zweimal daheim gewonnen und damit Selbstvertrauen getankt: 3:0 gegen Mitaufsteiger Dillenburg und 2:1 gegen Mülheim. Ahlers rechnet damit, dass ein Schnitt von knapp 850 Holz erforderlich sein wird, um die Punkte aus dem Grafschafter Kegelsportzentrum mitzunehmen.

Besonders motiviert wird natürlich Julian Geerdes ins Spiel gehen: Er kehrt erstmals seit seinem Wechsel nach Reckenfeld auf seine langjährige Heimbahn zurück.

SCR: Andre Ahlers, Robin Graes, Jonas van Raalte, Julian Geerdes, Michael Schlüter, Nick von Voss

Die weiteren SCR-Spiele am Wochenende:
SK Kamp-Lintfort 2 – SC Reckenfeld 2 So., 10 Uhr
SC Reckenfeld 5 – SC Reckenfeld 7 So., 12 Uhr
BSV Ostbevern 2 – SC Reckenfeld 6 So., 13.30 Uhr

Sechs Punkte als Souvenir aus Hessen

Besser hätt’s nicht laufen können! Die Zweitliga-Kegler des SC Reckenfeld sind mit zwei Auswärtssiegen von ihrem Wochenend-Ausflug aus Hessen zurückgekehrt. Besonders das Ergebnis vom Samstag lässt die Konkurrenz aufhorchen.

Seit fast zwei Jahren hatte BW Sontra zu Hause nicht mehr verloren – bis zu diesem Samstag. Mit vier absoluten Top-Ergebnissen setzten die Reckenfelder die Nordhessen massiv unter Druck und hatten am Ende auch das nötige Quäntchen Glück. Jonas van Raalte bestätigte zu Beginn seine aktuell überragende Form mit 917 Holz und zog seinen Blockpartner Robin Graes (893 Holz) gleich mit. Gegen Torben Möller (902) und Andreas Schad (863) bedeutete das ein Plus von 45 Holz.

Und der SCR ließ auch im Mittelblock nicht locker: Nick von Voss kratzte mit 899 Holz ebenfalls an der 900er-Marke und sorgte gegen Markus Kachel (873) und Michael Mutter (863) dafür, dass der Zusatzpunkt frühzeitig eingetütet war. Und weil auch Michael Schlüter (845) ordentlich mitzog, ging der SCR mit 53 Holz Vorsprung in den Schlussblock.

Hier wurde es nochmal eng, weil Julian Geerdes (813) sich etwas schwerer tat als seine Teamkollegen: Obwohl Andre Ahlers mit 906 Holz die Sontraer Tobias Brill (881) und Andreas Sekulla (881) auf Distanz hielt, schmolz der Vorsprung Bahn für Bahn weiter zusammen. Doch mit zwei Neunerserien kurz vor Schluss retteten Geerdes und Ahlers den 3:0 (43:35/ 5273:5263)-Sieg mit zehn Holz Vorsprung ins Ziel.

„Fulminant!“, meinte Ahlers nach diesem Paukenschlag. „Damit hatte niemand gerechnet.“

Beflügelt von diesem Erfolgserlebnis wollten die Reckenfelder einen Tag später und gut 150 Kilometer weiter westlich natürlich nachlegen: Aufsteiger KSG Dillenburg-Herborn hatte am Samstag schon sein Heimspiel gegen SCR-Konkurrent TG Herford mit 0:3 verloren und stand damit nun unter einem gewissen Erfolgsdruck. Der Spielverlauf wies aus Reckenfelder Sicht gewisse Parallelen zum Auftritt in Sontra auf – wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau, denn die Bahnen im „Bürgerstüble“ erwiesen sich als recht anspruchsvoll.

Wieder spielten van Raalte (788) und Graes (795) einen guten Startblock. Doch zum Matchwinner avancierte am Sonntag Julian Geerdes, der dieses Mal zusammen mit von Voss (784) in den Mittelblock beordert wurde und mit dem Tagesbestergebnis von 824 Holz sein Team weit nach vorn brachte: 76 Holz vor – das sollte doch reichen!

Doch wie schon am Tag zuvor, wurde es auf der Zielgeraden wieder eng, weil Stefan Lampes Knie plötzlich Probleme machte und er deshalb so gar nicht ins Spiel fand. Also wechselten die Reckenfelder frühzeitig: Schlüter übernahm, kämpfte sich in die Partie, musste sich aber schließlich mit 737 Holz begnügen. Ahlers bewies aber erneut starke Nerven und wehrte mit 789 Holz die Angriffe der Gastgeber ab: dieses Mal mit 23 Holz Vorsprung – 3:0 (42:36/ 4717:4694).

Nach diesem erfolgreichen Auswärts-Doppelstart bestreitet der SCR am Samstag (14 Uhr, Wittlerdamm) sein letztes Heimspiel in diesem Jahr. Zu Gast sein werden die SK Langenfeld/Solingen, die ebenfalls noch im Rennen um die Playoff-Plätze mitmischen. Da Robin Graes am Wochenende fehlt, rückt Michael Reisch ins Team.