Die Vorfreude aufs kommende Wochenende war groß: Beim SC Reckenfeld hatten sich alle ein packendes Finale um den Aufstieg in die 1. Liga gewünscht. Doch daraus wird nichts. Nach drei Playoff-Spielen steht fest, dass die Reckenfelder Sportkegler am Samstag nur als Gastgeber und Gratulanten auftreten werden. Ein solider Auftritt in Gelsenkirchen und eine gute Leistung in Herford reichten am Doppelspieltag nicht, um den verkorksten Playoff-Auftakt aus Sontra zu korrigieren.
Um noch einmal ins Aufstiegsrennen eingreifen zu können, hätte der SCR am Wochenende zumindest einmal vor Herford landen müssen. In Gelsenkirchen machte die TG Herford diese Hoffnung frühzeitig zunichte: Raffael Tönsmann (911 Holz), Thomas Klein (851) und Uwe Hippert (878) legten für den Zweitplatzierten der abgelaufenen Normalrunde drei Zahlen aufs Gelsenkirchener Kunststoffgeläuf, die an diesem Tag für keinen SCR-Spieler erreichbar waren. Robin Graes kam an seinem 26. Geburtstag mit einer guten zweiten Hälfte auf solide 835 Holz. Noch schwerer taten sich Andre Ahlers (798), Jonas van Raalte in seinem 100. Zweitliga-Spiel (815) und Nick von Voss (807). Zu diesem Zeitpunkt war die Luft bereits raus, auch wenn Michael Schlüter mit starken 849 Holz gegen Herfords Thomas Schöttker (772) nochmal Boden gutmachen konnte. Doch das reichte natürlich nicht, um Dieter Stumpe (793) für den Schlussblock ernsthafte Ambitionen mit auf den Weg zu geben.
Herford war am Ende mit 5063 Holz deutlich näher dran, Gastgeber KV Gelsenkirchen (5123) hinter sich zu lassen, als vom SCR (4897) eingeholt zu werden. Nur die KV Sontra (4809) konnten die Reckenfelder in Schach halten. Das bedeutete, dass der SCR am Sonntag in Herford gewinnen musste, um das Aufstiegsrennen offen zu halten. Und tatsächlich hielt das Team im Sportpark Waldfrieden endlich so dagegen, wie man sich das während der gesamten Playoffs gewünscht hätte. Bis zum fünften Kegler wechselte die Führung zwischen Gastgeber Herford und Herausforderer Reckenfeld hin und her: Graes (852), van Raalte (815), Julian Geerdes (857), Ahlers (834) und von Voss (832) warfen alles in die Waagschale. Nach hinten raus ging dem SCR dann jedoch die Puste aus, und für Herford brachte Alexander Mirus (847) den Sieg gegen Dieter Stumpe (752) am Ende sicher ins Ziel: Der Gastgeber (5067) behauptete sich vor dem SCR (4942), Gelsenkirchen (4801) und Sontra (4801).
In der Playoff-Tabelle haben die Ostwestfalen damit jetzt drei Punkte Vorsprung und obendrein die deutlich bessere Unterwertung. Ein Führungswechsel ist zum Saisonfinale am Wittlerdamm nur noch rein rechnerisch möglich. In der Praxis bleibt den Reckenfeldern damit am Samstag nur die Rolle des Gastgebers für das Schaulaufen des künftigen Erstligisten. Feiern dürfen dann die Herforder.